Erste Frau an der Spitze

Vorstand wieder komplett

Caritasverband wählt neue Vorstandschaft

Mitglieder wählen Monika Müller zur ersten Vorsitzenden des Caritasverbandes Viechtach

Von Edwin Schedlbauer

Viechtach. Auf das Datum 19. Oktober 2019 zurückgeblickt hat der kommissarische Vorsitzende des Caritasverbandes Viechtach Pfarrer Alexander Kohl gleich zu Beginn der Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Elisabethenheim. Es war der Tag, an dem der langjährige Vorsitzende Heinrich Probst verstorben war, für den Kohl zum Gedenken eine Kerze entzündete, ein Gebet sprach und dessen Einsatz für den Caritasverband und speziell für das Elisabethenheim er in einem kurzen Rückblick würdigte.

Würdigung der Verdienste von Heinrich Probst

Länger als erwartet musste der Bodenmaiser Pfarrer die Geschicke des Verbandes leiten, weil wegen der Corona-Pandemie keine Versammlungen stattfinden durften, was jetzt unter Beachtung der Hygieneauflagen wieder möglich war. Die 19 stimmberechtigten Versammlungsteilnehmer, unter ihnen Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad, Bürgermeister Franz Wittmann und Bezirksrat Heinrich Schmidt, wählten in schriftlich und geheimer Wahl mit Kreisrätin Monika Müller erstmals eine Frau an die Spitze des Verbandes.
Pfarrer Kohl, der Müller für dieses Amt vorgeschlagen hat, würdigte vor der Abstimmung ihre Verdienste als langjähriges Vorstandsmitglied, ehemalige Seniorenbeauftragte der Stadt Viechtach und als Pfarrgemeinderatsvorsitzende.
Die weiteren Vorstandsmitglieder, die unter der Leitung von Steuerberater Alfons Seiderer per Akklamation gewählt wurden, sind Pfarrer Alexander Kohl (stellvertretender Vorsitzender), Hans-Peter Kaiser, Walter Schlicht und Alfons Hauner. Dem fünfköpfigen Ausschuss gehören Franz Wittmann, Heinrich Schmidt, Heidi Reichenberger, Albert Dirnberger und Josef Pledl an.
Vor den Wahlgängen mussten die Vereinsregularien abgearbeitet werden. Den Anfang machte der kommissarische Vorsitzende Alexander Kohl, der auf die Zeit der Vorstandsvakanz zurückblickte, wo auf ihn als „Nichtverwaltungsmann und nicht in Viechtach Wohnenden“ viele Trägeraufgaben zukamen.
Personelle Veränderungen bei der Mittagsbetreuung, der Wechsel der Heimleitung im Elisabethenheim, Besprechungen und Vorstandssitzungen sowie zahlreiche Veranstaltungen und Feste mit Bewohnern und Mitarbeitern im Elisabethenheim hätten ihn zeitlich ziemlich gefordert, sagte Kohl bei der Aufzählung der vielfältigen Aufgaben.
Zwei Wochen nach der Verabschiedung des langjährigen Heimleiters Edwin Schedlbauer habe sich das Leben verändert, erinnerte der kommissarische Vorsitzende, weil die Corona-Krise das Elisabethenheim mit voller Wucht getroffen hat. Einen schlechteren Start als Nachfolger Schedlbauers hätte Markus Quappik nicht haben können, bedauerte Kohl, der ausdrücklich das Krisenmanagement des neuen Heimleiters lobte.

JHV Caritas NeuwahlenMonika Müller ist die neue Vorsitzende des Caritasverbandes. Weitere Mitglieder im Vorstand sind (von links) Walter Schlicht, Hans-Peter Kaiser, Pfarrer Alexander Kohl und Alfons HaunerFoto: Edwin Schedlbauer

Gutes Betriebsergebnis im Elisabethenheim

Steuerberater Alfons Seiderer klärte die Mitglieder im Anschluss über die Finanzsituation des Elisabethenheims auf. Trotz der gewaltigen Investitionen für die Renovierung und Modernisierung des Elisabethenheimes, mussten dafür keine Fremdmittel aufgenommen werden, lobte er die sparsame und vorausschauende Wirtschaftsführung des Hauses. Die hohe Auslastung im Jahr 2019, mit einer Belegung von knapp 99 Prozent sei mit dafür verantwortlich, dass wiederum ein gutes Betriebsergebnis erzielt werden konnte, attestierte Seiderer.
Vom neuen Heimleiter Markus Quappik erfuhren die Versammlungsteilnehmer, dass er aus Dankbarkeit für den Bonus, den die Schwestern und Pfleger in den Heimen erhalten haben, einen Brief an Ministerpräsident Söder geschrieben und er von der Staatskanzlei sogar eine Rückantwort erhalten habe.
Quappik berichtete von den vielfältigen Problemen der letzten Wochen und Monate, ausgelöst durch die Corona-Krise. „Ab dem 30. März war die Welt plötzlich eine andere“, sagte der Altenheimchef. Viele Pflegekräfte mussten in häusliche Quarantäne geschickt werden, was zu einem Ausfall von 816 Arbeitsstunden und 116 Diensten führte, die von den Nicht-Infizierten abgedeckt werden mussten, lobte Quappik seine Mitarbeiter, weil sie diese schwere und ungewöhnliche Zeit hervorragend meisterten.
In die Zukunft blickend informierte der Heimleiter über anstehende Investitionen in eine neue Telefonanlage und eine Erweiterung der EDV. Außerdem würden sämtliche Fenster und Türen im Heim einen neuen Anstrich erhalten.
Dank und Anerkennung richtete Bürgermeister Franz Wittmann anschließend in einem kurzen Grußwort an die Adresse der Pflegekräfte, die während der Zeit der Corona-Hochphase mehr als gefordert waren. Wittmann lobte die positive Atmosphäre, die er im Elisabethenheim bei seinen vielen Besuchen verspüren würde. „Ihr kümmert euch liebevoll um die alten Menschen, nicht nur wegen des Geldes“, stellte das Stadtoberhaupt abschließend aus voller Überzeugung fest.
Das Schlusswort gebührte der neuen Vorsitzenden Monika Müller, die sich zunächst für das große Vertrauen bedankte. Eigentlich sei es nicht ihre Planung gewesen, dass sie nach dem Eintritt in die Pensionszeit, der in einigen Wochen sein werde, so ein Amt übernehme, sagte die neue Vorsitzende. Sie wolle sich aber dennoch dieser Verantwortung gemeinsam im Team stellen, weil ihr die Senioren sehr am Herzen lägen. Für sie schließe sich als Nachfolgerin von Heinrich Probst ein Kreis, weil sie damals das Amt als Pfarrgemeinderatsvorsitzende ebenfalls nach ihm übernommen habe, erzählt Müller.